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DRÖHNUNGEN" (Auszug) Musik am Ohrgeschnecke zwirbelt, ich glaub, ich bin ganz abgewirbelt. Sagt, ihr geilen Taugenichtse, lumpigen Voyeure: WAS SOLL DAS WAS? Wenn ich Zeit bin, die ekstatischen Harmonien des Lichts höre, O ich neundimensionales Maßliebchen, habe ich die Ewigkeit vergessen, tja, aber, ich, die schwappende Welle im Ultrabereich eines jauchzenden Nichts, bleibe mir des Eiters meiner Seele bewußt. Prinzip Bewegung - ich schöpfe nicht, ich bin die Schöpfung, das Chaos, der energetische Rausch des Zerfallens und des Wiedererstehens, der monotone Kreislauf, Tod und Leben unterschiedlos, die Einheit, die alles ist, nur durchdrungen von sich selbst. Konkret: in die dichte Krone eines Baumes klettern und für immer verschwinden, das Wispern sich wiegender Blätter schlägt hinter mir zusammen. Flucht ist die angemessene Art der Bewegung, denn die Wirklichkeit gibt es nicht, es gibt nur die Wirklichkeiten, zwischen denen mein Ich & mein geträumtes Ich pendeln, als gelte dies etwas. Täuschungen: das Pfeifen des Pirols, meine Lästigkeiten, wohin mit dem geistigen Müll, dem Produkt der Verdrängung? Liebe - der große Irrtum, eingesponnen sein in eine gute Laune des Lebens; doch das Heer der von der Natur heftig Beleidigten -, und ich als Troßbub bin gefeit gegen Erniedrigungen? Ruhelosigkeit: ordnendes Prinzip, das auf den sprudelnden Quell wilder Gedanken aus den Untiefen des Bewußtseins einwirkt, das leitende, führende Element, welches doch alles zerstört: die kostbare Ursprünglichkeit. Wenn ich meinen Schatz heben könnte, wenn ich lachen könnte, wenn ich Ich sein könnte, Ruhelosigkeit: das Ich verlassen, Entwirrung genügt nicht, Loch, besser Vakuole sein, Loch im Nichts, Ruhelosigkeit: milde Schwingung, leises Zittern, hehres Beben, sanftes Wogen, sämtliche Räume durcheilen, durchmessen, mit dem Wissen um kein Woher und kein Wohin, den Blick nach innen umkehren, meine individuelle Natur umstülpen, extrovertieren, die Außenwelt neu entdecken, ihr dort Poesie geben oder abgewinnen, wo sie vermeintlich keine besitzt, aus ihr DAS Environment machen, denn wozu sind die Tage hell? ABER stets ist dieser zermürbende Trieb, der Lust erzeugt und Hunger stillt, ins Diffuse, in einen kostbaren Nebel, ins Schleier-Hafte, in die erwärmende Dämmerung, in den anheimelnden Herbst präsent. Gibt es Sinnvolleres als unter fallenden Blättern, in lauem Regen als Chimäre über laubbedeckten Boden der Allee eines beschützenden Waldes dahinzugleiten? Oder, ganz anders, als amorphes Plasma sich in Infrabereichen der Farbenwelt bewegen. Meine Arme und meine Schultern ragen in mich hinein, mit ihnen und auf ihnen trage ich meine innere Welt einen Berg hinan, und Schweiß rinnt unaufhörlich über mein Herz. Kopfschmerz, gepfählte Hirnmasse, blockiertes Bewußtsein, im Keim erstickter Gedanke, erloschene Flamme. In Dürftigkeit befangen: ich winde mich unter meinem schlechten Einfluß auf mich, unter dem Joch einer lustlosen, mürrischen Phantasie, in mir klingt der apathische Akkord der Trübseligkeit und des ärmlichen Kleinmuts, ein Weniges fehlt zur Resignation, nur dann und wann ein schwächlich glimmernder Funke redlicher Schöpfung, der nie zur Flamme wird oder gar zum Fanal am obskuren Horizont des wonnevollen Nichts, das nur im Grunde mich begeistern kann, denn ist nicht die Verlorenheit und die Einsamkeit, die man sich nicht auferlegt, das Los des unaufhaltsamen Suchers nach sich selbst, die fatalistische Prädestination des emsigen Wühlers in den Bereichen des Phantastischen, die einem zwar zugänglich, doch lebt man einmal in ihnen, schwerlich zu verlassen sind? Meine Worte sind nur die Gischt der Wellen, die ununterbrochen aus den Tiefen unartikulierbarer Phantasien an mein Bewußtsein branden, um mein sogenanntes Denken zu prägen, ja, ihm manchmal eine milde Würze zu geben. Ich verzehre mich, fader Geschmack. Verzerrungen: mit dem Gesicht zur Wand, in flatterndem Hemd, staksige Beine auf sperrigen Füßen. Spöttisch grüßt der grelle Strahl der Sonne durch das Fenster, Iäßt den Sommer ahnen. Wie dem auch sei, ich bin die Wand. Nicht plötzlich. Langsam steift sich meine Haut zu Mörtel, tief in mir reift der Beton; worauf mein Blick zuletzt noch ruht, eh er zu Stein erstarrt, ist die nahende Dunkelheit im Fensterloch. Ein Sehnen sucht ein Ziel, ich fühle mich als Blätterrauschen, und eine Zeit, die nicht ist, durchprickelt mein Chlorophyll. Wie denn aber, wenn mich ein Hund bepißt? Schon sprießen Tropfsteine aus meinen Waden, eingehüllt in fleischerne Tageszeitungen, und jeder graue Passant bückt sich, liest die Meldung von meinem Ableben, doch nur die Morphinisten kondolieren. Ich bin das Sekret einer Drüse der Pataphysique. Ständiger Aufenthalt in Grenzbereichen, nur emotionales Erspüren des Jenseitigen zur vermutlich vorläufigen Befriedigung DARF mir gereichen, doch Instanzen sind zur Überwindung da. Hier wird offenbar, Konkretheit setzt Grenzen, sie ist entweder, schwacher Versuch, zu entknöchern oder besser zu verlassen. Zeitweilig bin ich eine Mischung aus Kaspar Hauser, Julien Torma und Gregor Samsa, also eine pathologische Synthese, deren oktroyierter Behuf es ist, die ekstatische Würde einer ALLES umfassenden Nichtsnutzigkeit zu demonstrieren. Und jetzt schmiege ich mich an die Dunkelheit - oder werde zu einem der Ringe unter dem Nachtauge, das mit zyklopischer Schwermut romantisches Sehnen entsendet. Oder ich enthebe mich dorthin, wo Narrheit noch Narrheit ist. Hypnos, Bezirk nahe dem Hades, deine Magie speist meinen ewigen Tagtraum. Neulich, nächtens, da dünkte mich, ich sei ein Schwerenöter, der verliebt in seine Tollheit. Refugium: Mit wem führt man seine Rückzugsgefechte? Mit dem in die ANDEREN projizierten eigenen Ich, unter einer Strategie der Verzweiflung, die, ach Herr Je mi nee, doch der Hoffnung benachbart ist; götisch: Zerissenheit. Und sollte sie nicht ein Zeichen von Charakterschwäche sein? Dianysos, Du großer Einluller, Dein Reich darf immer nur kurze Zeit Herberge den suchenden Wanderern sein - aber an welchem Ort keimt nicht das Verderbnis? Vernunft und Unvernunft, die beiden unheimlichen Verführerinnen. Refugium: die edle Stille eines Gedankens, der sich endlos fortsetzt, sich unter unhörbaren Schmerzensschreien stetig gebiert und keinem Zweck genügt als dem eigenen, der sich nur so nennt. Ziellosigkeit! Ziellose Bewegung ist sukzessive Approximation an die Ewigkeit. Aber wozu Ewigkeit, wenn man sich ihr nur nähern, sie nie erreichen kann? Dummes Geschwätz, die Ewigkeit bin ich, und wenn sie über sich selbst reflektiert, vergißt sie sich und den Einfluß ihrer Indigestion auf ihre Reflexion. Refugium: im Mantel der Nacht, die Sternenkapuze auf dem Haupt, ich schleiche auf einem von mannigfaltigen Ablenkungen überwucherten Pfad in mein Innerstes mit dem festen Vorsatz, mein Geheimnis zu enträtseln. Ja doch, ich weiß, der Pfad führt ins Labyrinth, aber VIELLEICHT kann ich den Minotaurus besiegen, und habe ich dann nicht die Freiheit gewonnen, die ICH meine? Refugium: im Zelt des Rausches, auf dem Campingplatz der Ekstase, in der Evaporisation des Orgasmus, in den Blattspitzen, im Harz, in der Ampulle, im Stumpfsinn, im Koma, im Tod - und dann beginnt es. letztes Refugium: ein Zimmer, ein Fenster, ein Ausblick, eine Nacht, Milliarden von Büchern, eine Liegestatt, ein Tisch, eine Schreibmaschine, Schreibpapier, eine Zigarette - und die Luft im Raum erfüllt vom sphärischen Summen ewiger Gedanken. Selbstentäußerung: Bin ich einer Frage würdig? Wes Herkommens bin ich? Bin ich nicht gar ein Nebendocht, der dem Beelzebub ein paar Tage stiehlt? Oder doch mal ernsthaft: meine Vernunft ist erkrankt, sie darbt an einer partiellen Trübung, zeitweise, abwechselnd, an extremer Paralyse und konvulsivischer Verzückung. Generell, kann man sagen, hat sich ein Ausbund an Dämonie in meinem Kopf ein breites Lager angelegt, ja, ganz recht, ich beherberge das Hauptquartier des umnachteten Lotsen, der unser aller Leben von der Wiege bis zur Bahre", als Schutzengel verkleidet, begleitend leitet. Big Brother Diabolus. Ich denke nicht meine Gedanken, meine Gedanken denken mich. Ich vergegenwärtige mir nicht meinen Bewußtseinszustand, die Satanie meines Bewußtseins vergegenwärtigt mich. Ich stehe in meinem eigenen Schatten. Wenn meine Ideen nicht implosiven Charakters wären, könnte ich meine Existenz vor mir nicht verantworten. Um Himmels Willi, welch tragische Heroik berge ich in mir! Wir lösen uns ab von der Außenwelt, langsam und behutsam wie man die Teile eines Abziehbildes von einander trennt, das Ich ist jetzt ein Abziehbild ohne vorgegebenen Gegenstand", es ist alles möglich, was die Innenwelt bietet. Im vorbewußten Raume, Impulse durchstrahlen ihn, Vermengungen und Reines aus dem Es und Über-Ich, doch manchmal begehrt die intellektuelle Kontrollinstanz auf, gerade die, die es zu verlieren gilt. Die Innenwelt durchzieht ein zeitlich unterschiedlich langes Wetterleuchten, und in der Erhellung tummelt sich die Vielgliedrigkeit der Psyche, tentakelt sich bizarr Fantastisches, erglühen innere Landschaften ohne Horizont; Ruhe hat Gestalt angenommen, eine majestätische, zierlose Säule, umflirrt von Bewegung, der energetischen Welle, die nichts trägt. Das Verhältnis der Innenwelt zur Außenwelt, allgemeiner Mensch - Natur, hat symbiontischen Charakter. Einssein mit dem All meint die Rückkehr ins Es. Reduktion: Sprache ist ein Hindernis, Diskursivität ist zu überwinden; Sprachreste mit Vorbewußtem und Phantasierelikten innig verweben, und in diesem Gespinst die Es-Impulse einfangen. Selbstmord des Bewußtseins, einen Teil des Hirns verbrennen, dem Organ Psyche die Ich-Peripherie amputieren, an das Über-Ich das Es-Skalpell ansetzen, die Gedanken schlachten und in ihrem Blut das Ich ertränken, die Seele implodieren lassen. Die Partialtriebe in Eros und in den Todestrieb gebündelt zurückführen, die beiden Grundtriebe im UR zusammenfassen: Das Ur sein, welches auf seine Explosion wartet! Die Stelle, an der Anfang und Ende eines Kreises ineinander übergehen, ist URIG. Das UR ist nichtdimensional. Von Mal zu Mal tiefer versinken, oder das Unterste zuoberst kehren. Im Tageslicht wandeln und an Mauern stoßen sind eines; ein anderes ist, die Mauern durchbrechen und in neuen Räumen ein Licht von neuer Schönheit genießen. Erneuerung! die Basis bleibt, nur einen Weg erwählen, der nicht der bisherige ist, die Zeit des Wandelns auf ihm weidlich nutzen, denn das Unbehagen ist berechtigt, daß alle Wege zum selben Ziel führen. Die Disposition der Basis bestimmt das Ziel von vornherein. Einzig schöne Zeit, die mich lange gehen läßt! Erneuerung ist Rückkehr zum Ausgangspunkt, von dem aus der hoffnungsfrohe Gang unternommen wird, der in Gewisses führt, in den Untergang. Wiederkehr des Prinzips der verderbenden Bewegung oder der Bewegung, die in Verderben mündet, die Polarität des Lebens. Eros, der seinen letzten Ausdruck im Tod findet. Solange Schwermut mild bleibt, würzt sie das Erkennen der Außenwelt; steigert sie sich zur Krankheit, tötet sie. Begleitet sie die Erfahrung der Innenwelt, die methodische Erfahrung!, so wird jene Welt zu leviathanischem Freßtrieb angeregt, der erst dann befriedigt ist, wenn sie sich selbst verschlungen hat. Überläßt man sich der Innenwelt in träumerischem Treiben, so ist diese Art ihrer Erfahrung solange vorteilhaft, bis ihr Entgegenkommen in Ablehnung des Ge- oder Erträumtwerdens umschlägt, und mühsam nur erfolgt die Rettung aus dem Alp. Man kann im Es stranden, als Schiffbrüchiger auf einer winzigen Ich-Insel darben, die umbrandet wird vom Meer der Psychose, die überspannt wird vom Himmel des ÜberIchs. An ihm bewegt sich eine ekle Sonne, die Sonne der Paranoia, die neurotische Strahlen entsendet, deren Fokus das gestrandete Ich ist, das verzweifelt nach Schatten sucht. Blühende Hagebutten, duftender Holunder, Taubnesseln, Huflattich u. a. plus knerzendes Gefühl in der Hirngegend. Schönst Du, mein Krähchen, die weiße Schaumsupp, entwellt hohen Öfen, elritzenartiger Abend an fischdurchkreistem Kanal trotzalledem? Ich büntinge einen Tee, der vor Jahren, ja vor Jahren alle Bahnen putschte. Kleine Erinnerung an treibelfriedliches Durchfahren der Schwarzen Räume, die, wenn wir alle bei Laune, sich auftun für galliges Geraune in lauen Abendwind. Höre! Der Strom ist weg! Trommelnde Impulse steigen aus Deinem Gedankennebel, schaffen Bahn für das Erkennen von Welt. Du erschafftst die einzigartige Wirklichkeit, die lacht und Dich tötet. Du schleuderst Dein Innerstes den Wesen entgegen, die Deine Gemeinschaft sind, und erntest ein mildes Brotzen. Stakkatische Assoziationen überschütten Dich, Dein Wort schießt Kobolz, und Dein Körper bewegt sich im neuesten Veitstanz. Fliegenpilze prasseln auf Dich herab, und Muscarin tropft aus Deinem Munde. An Deinem Grabe stehen die Kollegen und zählen ihr Münzgeld. Sie denken an den nächsten Videoautomaten. Viele kleine bunte Smarties rollen den Hang hinauf. Oben angekommen brunzen sie in den Nachmittag, der, umfächelt von dünner frischer kühler Luft, rein und unsagbar nah, etwas jesushaft, von der Spitze des Berges in die Höllenklamm stürzt. Dort entdecken ihn viele bunte Touris, die kamen aus dem Morgenlande, dort wo das Öl auf Bäumen wächst und Frauen unter einem Schleier der Eifersucht und Geilheit verschwinden. Hast Du sie gesehen, o Fremder, der du in der Klemm schwimmst wie ein Nachmittag, in todeskaltem Wasser, eingeschrumpelten Schwanzes und ohne Fernsehen? Hast Du sie gesehen unter ihren Gewändern, dort wo die Wüste lebt und breite Arschbacken zum Verweilen einladen? Wenn ja, dann denke an den Gipfel: droben harren Deiner die Smarties und Insichspritzer! Provozier sie nicht, sie kürzen Dich! Die Kastanien der letzten Jahre, die anfielen, hätten nicht die traurigen Angewohnheiten zunichte gemacht, die aus der Holprigkeit sperrmülliger Wünsche resultieren resp. zustande kamen". Auch wäre eine Beantragung der Erhöhung des Glückspillenkontingents zur Neuregulierung genormter Trauminhalte in die neumodische Lederhose gegangen, wenn nicht die Abstrahierung des Kastanien aus dem Feuer holen" den berühmten Strich durch die noch berühmtere Rechnung gemacht hätte. So steht ein abschlägiger Bescheid Allem entgegen. Denkfaul wuchern avantgardistische Fantasien aus individuellem Hirnbrei. Sie geraten in eine Form der nachvollziehbaren Redlichkeit, werden publizier- und konsumierreif. Die Galeristen und Fernsehveranstalter ziehen sich gegenseitig an den Haaren und offerieren gleichermaßen sklaventümliche Vertragsbedingungen, Der Produzent schiebt zwei drei Kastanien in seine anusische Seel und labsalt sich an unwichtigem Ergebnis. Vielzählige Frauen eilen herbei, um summend die traurigen Angewohnheiten zu melken. Ganze Eimer voll schleppen sie hinaus in die Welt und beglücken damit eine Völkerschar, deren einziges Streben es ist, Mensch gewesen zu sein. Mit entzückender Zauberhaftigkeit wechseln die Brüder und Schwestern ihr Geschlecht und sinken in das Moor, in dem wächst ein Gestrüpp verwahrloster Politik. Konstabler rühmen sich einsamer Pfade, die führen aus dem Elend hinein in das lange Land neuer Empfindungen. Aber auch sie sind nicht gefeit vor den Kastanien abscheulicher Geschichtlichkeit. Geschwätzig werden sie, spricht man sie auf ihre ehrbare Vergangenheit an in leicht Iallendem Tonfall; und manchmal kommt es zu greulichen Gefühlsausbrüchen, von denen man meint, man habe sie bereits in einem früheren Fernsehkrimi erfahren. Du aber, der Du zu den heiliggesprochenen Idioten gehörst, Du trittst Deinen Roller, umkurvst den blühenden Kastanienbaum und schlägst lang hin auf die betonierte Erde Deines höchstpersönlichen Hinterhofs, und Du weißt, daß die Zeit eine Erfindung überinternationaler Militärclubs ist, die das Lachen und die Musik relativieren, wenn nicht sogar auf den Komposthaufen besonders verwunschenen Sperrmülls befördern sollen. Sprich schweigend mit ihnen und ergründe ihre Hoffnung. Später wird keiner mehr wissen, wozu eigentlich. Talwärts ziehen die grausamen Fleischlappen, die Deine Persönlichkeitsmixtur umfeudeln. Von den Hohen Blauen Bergen kommen sie und sind genauso blöd wie Du, der Du vor Jahren in diesem bescheuerten Jammertal siedeln mußtest, weil eine bessere Idee zur Seßhaftigkeit sowieso nicht gegeben wurde, mein Liebespassivum! Dann bleibt also nur noch das Dummrumstehen an Hauseingängen mit dem Fahrrad an der rechten Hand und in der linken eine uralte selbstgemachte Broschur?" frug den ersten Seßhaften der zweite. Nein, mein kleiner süßer Fleischlappen!" mußte die richtig angekreuzte Antwort lauten. Nun lösen sich die Wohnungen auf. Zack. Weg sind sie. Die schönsten Dinge sind die zelebrierten, beladen mit den Privatmythen und herbem Schmelz. Schaust Du zu Deinem schlagsahneverzierten Fenster hinaus, erinnert sich Deiner eine Weise, die lehrt Dich das Ding Ansich: Blutend Rose, löchert Herz, bestickt mit Sammetpfoten; Im Zwirnsfaden der Bestechlichkeit; so gibt doch Einsamkeit den Grad der Kälte an. Der Därme Windung, gelblich blaß, haßt die Höhlung an dem Knoten. Und wer gibt dem Schmerz die Linderung der Verderblichkeit? Und was gibt dem Knochenmann den größten Spaß? Um die Ecke, im Dunklen singend: hellauf jubiliert der Strahl einer Nähmaschine. Und doch ist es klar und undurchsichtig, denn fünf grüne Mädchen springen neu. Packet an die kreiselnde Behelfsdraisine, damit der Priester hebt die Stimme! Auch ist der Schrei am Hemd sehr wichtig und die rechte Hand am Seelenbräu. Bald gibt es nur noch eins: Ein jeder Bock behüpfe nach eigenem Ermessen, gebt dem Wiedehopf den Stachel der Diana, die entrückte Zukunft kommt ja doch von selbst, doch lest vorher den Bericht vom Schützenfest. So gilt noch dies als wesentliches Sein: Tigerstreifen hinter unter neben über Kreisch-Zypressen, blasend Bälge, pellend Kartoffeln, talmudschwarze Pißbehälter, triefende Tartuffpemällter. Das ist wohl der Rest. Frag ich nicht nach dem Gehalt des Lebens? Fliegflieg, bestimmter Hühnerdreck von altersher! Siegsieg, Du bekackter Troßbub des Kaisers! Schon kommt die Soße aus dem Rohr hervor, noch ist es Zeit, den Riegel vorzulegen ... aber ist doch scheißegal, das Rhapsodienfett! O gemäßigter Beschimpfer der bunten Vagabunden, gibst Du Antwort auf die Frage nach dem Rausch im Hirn? Spreiz die Nasenflügel grell und spitz von Ost nach West, das Ende gibt schon Zeichen zur Orgie des Kaisers Augustus. Tabakspfeifend frönt der Sperling dem VerdruII und gibt dem sprossenthumben Pimpf den Abschiedskuß. Vergiß nicht die Schrecken des Petticoats hoch aufgeworfen auf fahrendem Rad darunter der Jungmädchenschenkel an Sattelseite reibend und ähnlich flimmernd wie Speichen die teilen das Licht das bricht über die Wiesen und Äcker Pedalen vor tiefstehender Sonne Auf und Ab ein Rhythmus wie Gezeiten zu eigen so auch die Sehnsucht erwachender Triebe verankert dem Gepäckträger klappernd am Schutzblech das birgt die wohnlichen Stellen unter steifem Rock über den manierlicherweise eine glättende Hand streicht dem Fahrtwind zuwider der ewig gelobt bei. An den Chausseen das wilde Obst, Pflaumen, Äpfel und Birnen, und an manchen Sträuchern zurückgelassene Gehirne die sahen aus wie gebrauchte Kondome und ein paar Feldwege weiter wie persönliches Chaos das zu belachen vergessen wurde. Am Kanal die Rast breit auf mitgeführter Wolldecke und Zitronentee aus thermischem Behältnis spätkapitalistischer Kanne endzeitlichem Bewahrkelche konterrevolutionärem Warmhalterohr mystischem Konservargrale. Vorbeitreibende Schilfinseln, vermutlich unterwasser belebt von jungen Aalen, die - zieht man vorsichtig das schwimmende Grün mit einem Stock ans Ufer - sich fangen lassen, wenn man mit schneller und geschickter Bewegung die glitschige Insel an Land hebt, die schwarzen Glibbertiere zu packen versteht, sie für eine gewisse Weile in mitgebrachten Gläsern beobachtet, schließlich wieder ins Wasser entläßt mitsamt der nichterfahrenen Erinnerung, selbst einmal Wesen ausgereifter Atemtechnik und Kiemenmechanik gewesen zu sein, damals, als das Meer bis 20 000 Meilen tief von künstlichem Licht erhellt war, gradso, als sei Atlantis nie versunken, sondern von vornherein auf Meeressand gebaut worden von Seeantilopen und edlen Helden mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern und diamantenem Speere als Penisersatz. Kunststoffgraupeln, die werden gesotten im Zuber der Philantropie und verspeist im Rahmen einer wilden Humanismusparty. Dicke Hunde sind die Begleiter des menschlichen Strebens nach untertäniger Welt. Auf dem Wege ins Neue schimmert die Religion in einem anderen diffusen Licht. Sie beschäftigt sich mit dem höheren Wesen, das entbricht den polymeren Wabermassen, die einen festen Mantel um den Globus legen. In synthetischem Abfall Iäßt es sich leben wie im Inneren eines Computerzentrums. Nur sollte das Individuum auf das klassische Maß eines Microprozessors reduziert sein. In Schaltkreisen wird gemunkelt, der Messias käme demnächst und sehe aus wie ein Antichip. Willst du das glauben? |